Lieferung durch Amazon

28. Januar 2021

Kritik an Arbeits-bedingungen beim Amazon Lieferdienst

In den letzten Jahren fing Amazon an einen eigenen Lieferservice aufzubauen. Dabei soll zusätzlich Kapazität und Felxibilität gewonn-en werden, um die steigende Nach-frage abdecken zu können. Amazon- Zulieferer werden aber dennoch von kleinen Subunter-nehmen angestellt, die ihre Fahrer oft zu ungenügenden Bedingung-en beschäftigen. Frank Günther von der Gewerkschaft Verdi untersuch-te diese: “Wenn man sich die Autos anguckt, das ist schon ziemlich heftig. Da wird mit abgeranzten Fahrzeugen gefahren, da wird auf Ladungssicherung kein Wert ge-legt.” Bei seiner Recherche fand er Polizeiberichte, die Schwarzarbeit, Steuer- oder Sozialleistungsbetrug bei Amazon Subunternehmern fest-gestellt hatten.

Angestellte berichten, dass Überstun-den oder teilweise sogar gar nichts bezahlt wird. Sie berichten von Ar-beitszeitüberschreitungen mit teil-weise 15 Stunden Schichten ohne Pause. Außerdem gebe es ungerecht-fertigte Kündigungen, sobald man krank sei. Amazon weißt diese Vor-würfe zurück. Die Arbeitsbedingungen und -zustände würden regelmäßig kontrolliert werden. Eine Hotline wur-de eingerichtet, bei der sich Mitarbei-ter anonym beschweren können. Die Gewerkschaft Verdi hält diese für wir-kungslos, da sich Fahrer aus Angst vor einem Jobverlust nicht melden würden. Stattdessen solle Amazon die Fahrer direkt bei sich einstellen, um sich bei Verstößen nicht mehr hinter kleinen Subunternehmen verstecken zu können.

Quelle: www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/arbeitsbedingungen-amazon-lieferdienst-100.html