Ein Mitarbeiter eines Logistikzent-rums spricht von Amazon als ein “System des Drucks”. Seit 10 Jahren arbeitet er als “Picker”. Er berichtet von einer ständigen Angst keine Feh-ler machen zu dürfen, da er nur einen Wert für Amazon hätte, solange er seine Arbeit leistet. Andere Mitarbei-terInnen, ManagerInnen, berichten Ähnliches. Amazon hat sich zum Ziel gesetzt jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an MitarbeiterInnen zu ent-lassen. Bezeichnet wird dies als
“nicht-bedauerte Fluktuation”. Einige ManagerInnen fühlen sich deswegen zunehmend unter Druck gesetzt die-se Quote zu erreichen, sodass sie Leute einstellen, mit der Absicht, sie im gleichen Jahr wieder zu entlassen.
Anfang 2021 beschuldigte Charlotte Newman mehrere ehemalige Amazon Führungskräfte sie rassistisch und sexistisch diskriminiert zu haben. Ne-ben Benachteiligung in Bezug auf Be-förderungen spricht sie auch von sexueller Belästigung ihres Managers während der Arbeit. Der Nachfolger dieses Managers soll sich bei der Be-urteilung der Leistung von Newman auf das Feedback seines Vorgängers ver-lassen haben. Damit hätte er ein Ar-beitsumfeld erschaffen, das Newman nicht in der Lage fühlen ließ die Vorfälle zu melden aus Angst vor Konsequen-zen. Weiterhin heißt es in der Klage, die entsprechenden Manager hätten sich häufig über die Persönlichkeit anderer weiblicher Angestellter beschwert. Eine
Amazonsprecherin antwortete auf die Vorwürfe, Diskrimierung und Belästi-gung würde nicht toleriert werden. Nach Untersuchungen sollen geeignete Maßnahmen ergriffen werden.