“Wall Street Journal” macht bekannt, dass Amazon in mindestens 85 Fäll-en, Zulieferern attraktive Angebote, jedoch zu ungewöhnlichen Beding-ungen gemacht hat. Vorraussetzung für eine Zusammenarbeit, die ein Un-ternehmen kaum ablehnen kann, war die Möglichkeit von Amazon sich mit 15 Prozent am Grundkapital des Ge-schäftspartners zu beteiligen. Dafür wurden Berechtigungsscheine aus-gestellt, die ermöglichen Aktien des Unternehmens innerhalb einer Frist zu einem bereits feststehenden Betrag zu kaufen. Mit dem Beginn der Zusammenarbeit mit Amazon steigt der Börsenwert eines Unternehmens automatisch, wodurch Amazon Aktien des Unternehmens zu Dumping Prei-sen kaufen konnte. Der Wert solcher Berechtigungsscheine von Amazon soll bis zu 2,8 Milliarden Dollar betra-gen haben.
In einer chinesischen Fabrik, die für Amazon Waren produziert wurde ver-mehrt gegen Arbeitsschutzgesetze verstoßen, wie eine Studie der NGO herausfand. 2010 sollen mehrere Mit-arbeiter der Fabrik Suizid begangen haben, woraufhin Untersuchungen begonnen wurden. Festgestellt wur-den schlechte Bezahlung (2,26$/ Stunden), 44% Tageslöhner (erlaubt sind 10%) und bis zu 100 Überstun-den im Monat (erlaubt sind 36). Über-stunden gelten dabei als Belohnung, um mehr Geld zu verdienen. Wer zu spät kommt oder ungenügende Arbeit leistet, wird nach Hause geschickt. Amazon gibt diese Probleme zu. Zwar gibt es Vorgaben von Amazon, wie Zulieferer arbeiten sollen, jedoch be-steht konstanter Druck, die Produk-tionskosten niedrig zu halten.